
Beide Geschäftspläne von ChatGPT geben dieselbe Zusage zum Modelltraining ab. Damit ist die Frage, mit der die meisten in den Planvergleich einsteigen, erledigt, bevor der Vergleich anfängt.
In unserer Erfahrung wird die Frage ChatGPT Enterprise oder ChatGPT Team als Datenschutzfrage gestellt. Beantworten lässt sie sich nur als Betriebsfrage. Was sich zwischen den Plänen unterscheidet, sind drei Dinge, die erst nach dem Kauf auffallen: wer abgeschaltet werden kann, wo die Inhalte liegen, und was am Ende wieder herauskommt.
Für ein KMU mit dreissig bis zweihundert Leuten ist das keine akademische Unterscheidung. Der Unterschied bestimmt, wie viel Handarbeit an einer Person hängt, die den Betrieb dieses Werkzeugs sowieso schon nebenbei macht.
Was ChatGPT Enterprise und Team gleich machen
Beide Pläne schliessen das Training mit deinen Firmendaten standardmässig aus. OpenAI schreibt für Enterprise, Business, Edu und die API-Plattform: «we do not use data from ChatGPT Enterprise, ChatGPT Business, ChatGPT Edu ... for training or improving our models», und zwar ausdrücklich inklusive der Eingaben und der Antworten. Dazu kommen in beiden Plänen Verschlüsselung mit AES-256 im Speicher und TLS 1.2 oder höher auf dem Transportweg.
Der Vertragsrahmen ist ebenfalls derselbe. Einen Auftragsbearbeitungsvertrag gibt es für beide Pläne, und für Schweizer Firmen ist darin etwas geregelt, das in Vergleichstabellen selten auftaucht: Der Data Processing Addendum in der Fassung vom 1. Januar 2026 wird mit Kunden aus dem EWR und der Schweiz nicht mit der US-Gesellschaft geschlossen, sondern mit OpenAI Ireland Ltd. Daten aus dem EWR und der Schweiz werden darin als eigene Kategorie geführt und bei Weitergabe ausserhalb dieses Raums über Standardvertragsklauseln abgesichert.
Wer also wissen will, ob es überhaupt eine geregelte Vertragsgrundlage gibt: ja, in beiden Plänen. Gegenüber einem privaten Gratis-Konto ist das der eigentliche Sprung, und welche Daten unter welchem Konto in so ein Werkzeug dürfen, haben wir von der Datenordnung bis zum Firmenkonto aufgeschrieben. Hier geht es um den Schritt danach: Firmenkonto ist entschieden, welches denn.
ChatGPT Team heisst seit 2025 ChatGPT Business
ChatGPT Team gibt es unter diesem Namen nicht mehr. OpenAI hält in der eigenen FAQ fest: «ChatGPT Team was renamed to ChatGPT Business on August 29, 2025», bestehende Team-Arbeitsbereiche wurden zu Business-Arbeitsbereichen, und die Umbenennung selbst änderte weder Funktionen noch Preise noch Limiten.
Das hat zwei praktische Folgen. Du suchst in der Preisliste nach einem Namen, der dort nicht mehr steht; die Anmeldeadresse trägt das alte Wort übrigens weiter, der Link heisst nach wie vor team-sign-up. Und Vergleichsartikel aus 2025 beschreiben einen Stand von vor der Umbenennung, während spätere Änderungen an Preisen und Platzarten laut OpenAI unabhängig davon gelaufen sind. Prüf bei jeder Quelle zu diesem Thema das Datum, bevor du eine Tabelle übernimmst.
Im Rest dieses Texts heisst der kleinere Plan Business, weil er heute so heisst.
Unterschied 1: wer abgeschaltet werden kann
Business bringt Mehrfaktor-Anmeldung, Anmeldung über das Firmenlogin per SAML, Rollen für Eigentümer, Admins und Mitglieder, eine Kontrolle über fremde GPTs und eine einfache Nutzungsauswertung. ChatGPT Enterprise enthält das alles und ergänzt es um vier Dinge, die Verwaltungsarbeit abnehmen: SCIM für das automatische Anlegen und Entfernen von Konten, rollenbasierte Zugriffsrechte mit eigenen Rollen pro Gruppe, zentrale Ausgabenkontrolle und eine Nutzungsauswertung pro Person. OpenAI formuliert die Grenze auf der eigenen Produktseite ohne Umschweife: «Need Enterprise SCIM, role-based access controls, or data residency? Contact sales».
Merken wirst du diesen Unterschied bei einer Kündigung. Wenn bei dir jemand geht, läuft das Entfernen aus dem Verzeichnis normalerweise automatisch. Ohne SCIM ist der KI-Arbeitsbereich eine zweite Stelle, an der jemand von Hand etwas tun muss, und zwar jemand, der an diesem Tag anderes im Kopf hat.
Zwei weitere Punkte aus derselben FAQ gehören in diese Rechnung. In einem Business-Arbeitsbereich können Mitglieder weitere Mitglieder einladen, solange bezahlte Plätze frei sind, und das lässt sich laut OpenAI aktuell nicht einschränken. Das Entfernen einer Person gibt den Platz zur Neuvergabe frei, senkt aber die bezahlte Platzzahl nicht; die Reduktion greift erst zum nächsten Abrechnungszyklus. Ein Arbeitsbereich wächst damit leichter, als er schrumpft, in der Mitgliederliste und auf der Rechnung.
Unterschied 2: wo die Inhalte liegen
In unserer Erfahrung sehen Schweizer Kunden bei diesem Punkt genauer hin, und die Antwort ist unübersichtlicher, als die Produktseite vermuten lässt.
Für ChatGPT ist die Wahl des Speicherorts laut OpenAI an die Vertragsart gebunden: «Eligible API customers and new ChatGPT Enterprise/Edu customers can choose to have in-scope customer content stored at rest in supported countries». Die Regionenliste führt Europa als «EEA + Switzerland». Das heisst nicht Schweizer Rechenzentrum, es heisst europäische Region, zu der die Schweiz gezählt wird. Für Enterprise und Edu ist diese Wahl ohne Aufpreis enthalten.
Die Verarbeitung ist davon getrennt. Eine zweite Einstellung hält die Modellausführung auf Grafikprozessoren in der Region, verfügbar für Europa inklusive Schweiz, die USA und die Vereinigten Arabischen Emirate, und sie setzt die Speicherwahl voraus. OpenAI beantwortet die naheliegende Frage dazu selbst mit einem klaren Nein: Anmeldung, Weiterleitung und Auswertung können weiterhin ausserhalb der Region laufen, ebenso Textextraktion aus hochgeladenen PDF- oder Word-Dateien. Ausserhalb bleiben auch Arbeitsbereichsname, Abrechnungsdaten, Anmeldungen und alles, was über angebundene Apps oder die Websuche an Dritte geht.
Für Business sieht es anders aus, und zwar in drei Punkten, die du vor dem Kauf wissen willst. OpenAI schreibt, die Wahl des Speicherorts für Business werde schrittweise ausgerollt und sei noch nicht für alle Kunden verfügbar. Wo sie verfügbar ist, wählt man die Region beim Checkout, also einmal, beim Kauf. Und sie deckt die Ablage ab, nicht die Verarbeitung.
Den dritten Punkt haben wir in keiner Vergleichstabelle gefunden. Laut derselben Seite liegen die Protokolle zur Missbrauchserkennung bei Business unabhängig von der gewählten Region in den USA. Und wählst du eine Region ausserhalb der USA, wird zusätzlich für eine begrenzte Zeit eine Kopie jeder Eingabe und jeder Antwort in den USA gespeichert. Niemand versteckt das, es steht in der Dokumentation. Es gehört nur dorthin, wo es gebraucht wird, nämlich in die Antwort an den Kunden, der im Sicherheitsfragebogen nach deinem KI-Einsatz fragt. Welche Fragen so ein Vertrag sonst beantworten muss, haben wir am Auftragsbearbeitungsvertrag für KI-Werkzeuge durchgespielt.
Unterschied 3: was wieder herauskommt
Vor dem Kauf kommt das selten zur Sprache, nach einer Kündigung sofort: wie die Inhalte wieder herauskommen.
Für Business steht die Antwort als ein Satz in der FAQ: «Self-service data export is not available in ChatGPT Business workspaces». Für ein Jahr Arbeit im Arbeitsbereich gibt es also keinen Knopf, der sie herauszieht. Dazu passt, was nach einer Kündigung passiert: Der Arbeitsbereich kann deaktiviert werden, die Daten werden dadurch nicht gelöscht, die Mitglieder verlieren aber den Zugang, und nur Eigentümer können ihn wieder aktivieren. Zwei Business-Arbeitsbereiche lassen sich auch nicht zusammenführen, ein neuer erbt vom alten nichts.
Die Aufbewahrungsdauer ist der zweite Teil davon. Konfigurieren lässt sich die Aufbewahrung laut OpenAI von «qualifying organizations», also von Organisationen, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Die saubere Reaktion darauf ist eine Frage an den Anbieter, ob du dazugehörst, und keine Annahme. Im Auftragsbearbeitungsvertrag steht dazu, dass OpenAI die Kundendaten nach Vertragsende auf Anweisung des Kunden zurückgibt oder löscht. Auf Anweisung. Jemand muss sie geben.
Das ist die Ebene, auf der sich die Planfrage entscheidet, wenn sie überhaupt etwas entscheidet: nicht am Schutzversprechen, sondern an der Frage, was du behältst, wenn du in zwei Jahren wechselst.
Der Satz im Vertrag, der die Arbeit zurückgibt
Im Auftragsbearbeitungsvertrag steht eine Ziffer, die den ganzen Planvergleich einordnet. Unter den Pflichten des Kunden hält OpenAI fest, dieser sei verantwortlich für bestimmte Konfigurationen und Gestaltungsentscheide, «(e.g., retention periods, deletion, etc.) in a manner that complies with applicable Data Protection Laws». Im Klartext: Aufbewahrungsfristen und Löschung einzustellen, und zwar gesetzeskonform, ist nicht Teil der eingekauften Leistung. Das ist deine Aufgabe.
Damit kippt die Frage. Der höhere Plan verkauft keinen besseren Schutz, er verkauft Stellschrauben und nimmt Handarbeit ab. Die Pflicht, diese Stellschrauben richtig zu stellen, bleibt in beiden Plänen bei dir. Ein Arbeitsbereich mit allen Enterprise-Funktionen und ohne jemanden, der sie stellt, steht am selben Punkt wie ein Business-Arbeitsbereich ohne sie.
Zwei weitere Pflichten gehen im Vertrag leicht unter. Änderungen an der Liste der Unterauftragsbearbeiter kommen als Mitteilung, und der Einwand dagegen ist an dreissig Tage gebunden. Jemand muss diese Mitteilungen also lesen. Eine Prüfung beim Anbieter ist auf einmal pro Jahr begrenzt und geht auf deine Kosten. Hinter beidem muss ein Name stehen.
Der Engpass ist damit nicht der Plan. Es ist eine Person. Sie wählt beim Checkout die Region, weil es bei Business keine zweite Gelegenheit dafür gibt. Sie legt die Aufbewahrung fest, geht ab und zu durch die Mitgliederliste und beantwortet den Kundenfragebogen. Genau diese Zuständigkeit ist der Kern unserer KI-Governance-Arbeit, und wenn im Haus niemand die Stunden dafür hat, ist sie der erste Teil, den ein KI-Verantwortlicher im Betrieb übernimmt.
Wofür der Aufpreis nicht gut ist
Drei Posten lohnen sich in unserer Erfahrung nicht.
Zuerst der Wechsel auf ChatGPT Enterprise mit der Begründung Datenschutz. Die Trainingszusage steht in beiden Plänen, die Verschlüsselung auch, den Auftragsbearbeitungsvertrag gibt es für beide. Wer so begründet, bezahlt Verwaltung und schreibt Schutz auf die Rechnung.
Dann der Anbieterfragebogen, der jede Zeile der Produktseite nachfragt. Er beantwortet die drei Punkte oben nicht und ersetzt die Zuständigkeit nicht, an der alles hängt.
Und eine zweite KI-Plattform neben der bestehenden. Zwei Arbeitsbereiche heissen zwei Mitgliederlisten, zwei Aufbewahrungseinstellungen, zwei Austrittsprozesse. Das ist doppelte Pflege.
Was sich trägt: Enterprise, wenn das Entfernen von Konten automatisch laufen muss, wenn du eine Speicherregion vertraglich festhalten willst oder wenn Rollen sauber getrennt gehören. Das sind Betriebsgründe, und die halten im Budgetgespräch, weil sie Arbeit benennen, die sonst an einer Person hängt.
Vor dem Checkout
Der Planvergleich wird brauchbar, wenn du ihn in dieser Reihenfolge führst: Wie werden Konten entfernt, wenn jemand geht. In welcher Region liegen die Inhalte, und was liegt trotzdem woanders. Und wie kommen die Inhalte wieder heraus, wenn du den Anbieter wechselst. Was dabei nach Schutzversprechen klingt, steht schon in beiden Plänen. Entscheiden wirst du an der Verwaltung.
Wenn ihr vor diesem Entscheid steht, schauen wir die drei Punkte in einem Erstgespräch an eurem Fall an, unverbindlich und ohne Produkt im Hintergrund.
Wer merkt es bei euch, wenn morgen jemand den Arbeitsbereich verlässt?
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen ChatGPT Team und ChatGPT Enterprise?
Beim Schutz der Daten kaum einer: Beide Pläne schliessen das Training mit Firmendaten standardmässig aus und für beide gibt es einen Auftragsbearbeitungsvertrag. Enterprise ergänzt Verwaltungsfunktionen, vor allem SCIM für das automatische Entfernen von Konten, rollenbasierte Rechte und die Wahl der Speicherregion.
Gibt es ChatGPT Team noch?
Nicht unter diesem Namen. OpenAI hat ChatGPT Team am 29. August 2025 in ChatGPT Business umbenannt. Bestehende Arbeitsbereiche wurden automatisch zu Business-Arbeitsbereichen, Funktionen, Preise und Limiten blieben durch die Umbenennung unverändert. Vergleichsartikel aus 2025 beschreiben deshalb einen älteren Stand.
Bleiben die Daten bei ChatGPT in der Schweiz?
Die Wahl einer Speicherregion führt Europa als EEA plus Schweiz, also eine europäische Region und kein Schweizer Rechenzentrum. Sie steht neuen Enterprise- und Edu-Kunden offen, für Business wird sie schrittweise ausgerollt. Protokolle zur Missbrauchserkennung liegen bei Business unabhängig davon in den USA.




