
Marc H.,
TLDR;
IT-Kostenallokation macht IT-Ausgaben pro Abteilung sichtbar. Die meisten Unternehmen kennen ihre IT-Gesamtkosten, aber nicht die Kosten pro Abteilung, Projekt oder Kunde. Wir zeigen Showback, Chargeback und wie du pragmatisch startest.

TLDR
Die meisten Unternehmen kennen ihre gesamten IT-Kosten, aber nicht die IT-Kosten pro Abteilung, Projekt oder Kunde. Ohne diese Transparenz gibt niemand Verantwortung ab und IT gilt pauschal als teuer. IT-Kostenallokation löst genau das: Sie macht sichtbar, wer was verbraucht. Der pragmatische Einstieg ist ein Showback-Modell für 6 Monate, bevor du mit Chargeback anfängst.
"Was kostet die IT?"
"2,5 Millionen."
"Ja, aber wofür genau?"
Stille.
Diese Szene spielen wir in Kundengesprächen öfter ab, als uns lieb ist. Nicht weil die IT-Verantwortlichen schlecht arbeiten. Sondern weil Gesamtbudgets nun mal einfacher zu tracken sind als aufgeschlüsselte Kosten pro Geschäftseinheit.
Das ist kein Einzelfall. Das ist die Regel.
Das eigentliche Problem: Niemand fühlt sich verantwortlich
Wenn IT-Kosten eine schwarze Box sind, entsteht eine unangenehme Dynamik. Abteilungen bestellen IT-Ressourcen, ohne ein Budget-Bewusstsein zu haben. Die IT wird dann zum Sündenbock. "Die IT ist einfach zu teuer" ist ein Satz, den wir regelmässig hören. Selten stimmt er.
Es geht nicht darum, mehr zu sparen. Es geht darum, Verantwortung dorthin zu bringen, wo Entscheidungen getroffen werden.
Drei Modelle, die du kennen musst
Showback: Sichtbarkeit ohne Verrechnung
Beim Showback zeigst du jeder Abteilung, was sie an IT-Kosten "verursacht". Du stellst keine Rechnung. Du schickst einfach einen Report. Wir empfehlen Showback als Startpunkt für fast alle unsere Kunden.
Chargeback: Echte Verrechnung, echte Verantwortung
Beim Chargeback-Modell werden die IT-Kosten tatsächlich auf Kostenstellen umgelegt. Das Ergebnis: echte Accountability. Aber ohne CFO-Buy-in wird Chargeback zu einem IT-Projekt ohne Konsequenzen.
Hybrid: Der pragmatische Mittelweg
In der Praxis landen die meisten unserer Kunden bei einem Hybridmodell. Shared Infrastructure wird nach einer Formel umgelegt, projektbezogene Kosten direkt verrechnet.
Allokationsschlüssel: Wer zahlt wieviel?
Vier gängige Ansätze: Nach Nutzeranzahl, nach Umsatzanteil, nach Transaktionsvolumen, nach Verbrauch. Kein Schlüssel ist perfekt. Fang mit dem einfachsten an, der akzeptiert wird.
Die Fehler, die wir immer wieder sehen
Das Modell wird zu komplex gemacht. Achtzehn verschiedene Kostenpools, sieben Allokationsschlüssel. Nobody uses it.
Es wird als IT-Projekt behandelt. IT-Kostenallokation ist ein Business-Thema, das IT-Daten braucht.
Der CFO-Buy-in fehlt. Ohne dass der CFO dahintersteckt, ist Chargeback eine Übung in Symbolpolitik.
Zusammengefasst
Der pragmatische Weg: mit Showback starten, Sichtbarkeit aufbauen, Allokationsschlüssel an der Realität des Unternehmens ausrichten, und erst dann auf Chargeback umstellen, wenn das Fundament steht.
Wenn du nicht sicher bist, wo du anfangen sollst: FinOps Advisory.


