
CISO-as-a-Service: Wie mittelständische Unternehmen von externer Sicherheitsexpertise profitieren
Yannick H.,
28.01.2026
TLDR;
Mittelständische Unternehmen stehen vor einem Dilemma: Sie brauchen professionelle Security-Führung, können aber keinen Vollzeit-CISO mit CHF 250'000+ Jahresgehalt rechtfertigen. CISO-as-a-Service löst genau dieses Problem – du bekommst Senior-Expertise zu 30-50% der Kosten, ohne Rekrutierungsstress und mit sofortiger Verfügbarkeit. In diesem Artikel zeigen wir dir, wie das Modell in der Praxis funktioniert und wann es für dein Unternehmen Sinn macht.

Das CISO-Dilemma im Mittelstand
Kennst du das? Dein CFO fragt nach dem Security-Budget, der Verwaltungsrat will wissen, wie ihr gegen Ransomware geschützt seid, und dein IT-Leiter jongliert zwischen Tagesgeschäft und "irgendwie auch noch Security".
Willkommen im Club.
Wir sehen das bei fast jedem mittelständischen Unternehmen, das wir beraten. Die Herausforderung ist real: Du brauchst jemanden, der Cybersecurity strategisch denkt, mit dem Board kommunizieren kann und deine Sicherheitsinvestitionen priorisiert. Aber ein Vollzeit-CISO?
Das Gehalt allein liegt bei CHF 200'000 bis 300'000. Plus Sozialleistungen. Plus Rekrutierung, die 4-6 Monate dauert. Plus das Risiko, dass die Person nach zwei Jahren wieder geht.
Für ein Unternehmen mit 150 Mitarbeitenden ist das... schwer zu rechtfertigen.
(Und ehrlich gesagt: Viele Vollzeit-CISOs langweilen sich in mittelständischen Firmen. Die spannenden Projekte fehlen, die Budgets sind limitiert, und nach einem Jahr ist die Grundlagenarbeit erledigt.)

Figure: Das CISO-Dilemma – hoher Bedarf an Security-Expertise bei begrenzten Ressourcen
Was CISO-as-a-Service wirklich bedeutet
Lass uns kurz aufräumen mit einem Missverständnis: CISO-as-a-Service ist nicht "jemand, der ab und zu vorbeischaut und Ratschläge gibt".
Es ist strategische Security-Führung auf Abruf.
Das heisst konkret:
Strategische Ebene:
Entwicklung einer Security-Strategie, die zu deinem Business passt
Jährliche Security-Roadmap mit klaren Prioritäten
Budgetplanung und ROI-Argumentation für Security-Investitionen
Risiko-basierte Entscheidungen statt Feature-Checklisten
Governance-Ebene:
Security-Policies, die Menschen tatsächlich lesen (und befolgen)
Klare Verantwortlichkeiten für Security im Unternehmen
Incident-Response-Prozesse, bevor der Ernstfall eintritt
Vendor-Management für Security-Anbieter
Kommunikations-Ebene:
Board-Präsentationen in Business-Sprache (nicht Tech-Jargon)
Quartals-Updates mit verständlichen Risiko-Metriken
Übersetzung zwischen IT-Team und Geschäftsleitung
Krisenkommunkation bei Incidents
Operative Begleitung:
Review von Security-Projekten und Architektur-Entscheidungen
Begleitung bei Audits (ISO 27001, FINMA, NIS2)
Incident-Response-Führung im Ernstfall
Vendor-Evaluationen und Vertragsverhandlungen
Wie sieht das in der Praxis aus?
Vergiss das Bild vom Berater, der einmal im Monat auftaucht und PowerPoints präsentiert.
Ein typisches CISO-as-a-Service-Engagement bei uns sieht so aus:
Wöchentlicher Rhythmus
Ein bis zwei Tage pro Woche – das ist der Sweet Spot für die meisten mittelständischen Unternehmen.
Das klingt wenig, aber denk mal drüber nach: Ein Vollzeit-CISO verbringt vielleicht 20% seiner Zeit mit strategischen Aufgaben. Der Rest geht für Meetings, Admin und Tagesgeschäft drauf.
Mit fokussierter Expertise pro Woche bekommst du mehr strategischen Output als mit einem Vollzeit-CISO, der im Alltagsstress untergeht.
Typische Tätigkeiten könnten folgende sein:
Call mit IT-Leitung – aktuelle Themen, offene Fragen, Priorisierung der Woche
Deep-Dive in ein Fokusthema – zum Beispiel Review des Backup-Konzepts, Vorbereitung der GL-Präsentation, oder Bewertung einer neuen Security-Lösung
Bei Bedarf: Sofortige Verfügbarkeit bei kritischen Fragen oder Incidents
Monatlicher Rhythmus
Ein Strategy-Meeting (90 Minuten) zur Roadmap-Überprüfung
Security-Dashboard-Update für die Geschäftsleitung
Review laufender Security-Projekte
Quartals-Rhythmus
GL-Präsentation zum Security-Status
Risiko-Assessment-Update
Budget-Review und Planung nächstes Quartal
Wann macht CISO-as-a-Service Sinn?
Nicht jedes Unternehmen braucht einen externen CISO. Hier die Szenarien, wo das Modell am meisten Wert bringt:
Szenario 1: "Wir wachsen schnell und Security hält nicht mit"
Du hast in drei Jahren von 50 auf 200 Mitarbeitende skaliert. Die IT ist gewachsen, aber Security war immer "das machen wir später".
Jetzt kommen die ersten Enterprise-Kunden mit Security-Fragebögen. Dein IT-Leiter kann das nicht nebenbei stemmen. Ein Vollzeit-CISO ist aber noch überdimensioniert.
CISO-as-a-Service hilft hier, weil: Du schnell eine Grundstruktur aufbaust, die mit dem Unternehmen wächst. Wir etablieren die Basics, entwickeln eine Roadmap und skalieren das Engagement, wenn ihr grösser werdet.
Szenario 2: "Regulatorik zwingt uns zu handeln"
NIS2. ISO 27001. FINMA-Rundschreiben. Datenschutz-Revision.
Plötzlich brauchst du jemanden, der versteht, was das alles für dich bedeutet – und was nicht. Jemand, der mit Auditoren auf Augenhöhe spricht.
CISO-as-a-Service hilft hier, weil: Du keine 6 Monate auf einen neuen CISO warten kannst, wenn die Compliance-Deadline in 9 Monaten ist. Wir kennen die Anforderungen und wissen, was wirklich geprüft wird.
Szenario 3: "Wir hatten einen Incident und wollen das nicht nochmal erleben"
Nach einem Ransomware-Angriff oder Daten-Leak wird Security plötzlich zum Chefsache-Thema. Die Geschäftsleitung will Sicherheit – aber was genau?
CISO-as-a-Service hilft hier, weil: Wir Incident-Erfahrung mitbringen und wissen, welche Massnahmen wirklich Schutz bieten. Kein Aktionismus, sondern strukturierte Verbesserung.
Szenario 4: "Wir sind PE-Portfolio-Unternehmen und müssen liefern"
Private Equity erwartet Security-Governance, klare Risiko-Berichte und Exit-Readiness. Das ist kein Nice-to-have, sondern Teil der Value Creation.
CISO-as-a-Service hilft hier, weil: Wir die PE-Sprache sprechen und wissen, was Due-Diligence-Teams sehen wollen. Security-Maturität steigert den Exit-Multiple.
Was du realistisch erwarten kannst
Innerhalb von 3 Monaten:
Klare Security-Strategie dokumentiert
Risiko-Register mit Business-Impact-Bewertung
Erste Quick Wins umgesetzt (meistens Identity & Access Management)
Board versteht Security-Risiken in Business-Sprache
Innerhalb von 6 Monaten:
Security-Governance etabliert (Policies, Verantwortlichkeiten)
Incident-Response-Plan getestet
Vendor-Landschaft optimiert (oft 20-30% Kosteneinsparung)
Mitarbeitende sensibilisiert (nicht nur durch langweilige E-Learnings)
Innerhalb von 12 Monaten:
Security-Incidents um 40-60% reduziert
Audit-Findings um 50%+ reduziert
Security-Budget effizienter eingesetzt (25-35% mehr Wirkung pro Franken)
Unternehmen bereit für Zertifizierungen oder M&A-Prüfungen
Die Kosten-Realität
Lass uns über Geld reden. Transparent.
Vollzeit-CISO (interner Mitarbeiter):
Gehalt: CHF 220'000-280'000
Nebenkosten (Sozialleistungen, Infrastruktur): ~30%
Rekrutierung: CHF 40'000-60'000 (Headhunter)
Einarbeitung: 3-6 Monate bis volle Produktivität
Total Year 1: CHF 350'000-400'000
CISO-as-a-Service (1-2 Tage/Woche):
Monatliche Pauschale: CHF 8'000-10'000
Keine Rekrutierungskosten
Produktiv ab Tag 1
Skalierbar nach Bedarf
Total Year 1: CHF 96'000-120'000
Das ist mehr als 50% weniger als ein interner CISO. Und du bekommst sofort loslegen.
(Die Rechnung geht natürlich nur auf, wenn 4 Stunden pro Woche ausreichen. Für Unternehmen ab 500 Mitarbeitenden oder in stark regulierten Branchen kann ein interner CISO die bessere Wahl sein.)
Wann CISO-as-a-Service NICHT passt
Wir sind ehrlich: Das Modell ist nicht für jedes Unternehmen geeignet.
Nicht geeignet, wenn:
Du mehr als 2-3 pro Woche Security-Führung brauchst (dann lieber Vollzeit)
Deine Security-Anforderungen sehr spezialisiert sind (z.B. OT-Security in kritischer Infrastruktur)
Du jemanden brauchst, der täglich vor Ort ist
Deine Unternehmenskultur externe Berater grundsätzlich ablehnt
Gut geeignet, wenn:
Du 50-500 Mitarbeitende hast
Security wichtig ist, aber nicht dein Kerngeschäft
Du schnell starten willst ohne Rekrutierungsaufwand
Du Flexibilität brauchst (mal mehr, mal weniger Engagement)
Du Wert auf objektive, vendor-neutrale Beratung legst
Wie wir arbeiten
Ein paar Worte dazu, wie wir bei ODCUS CISO-as-a-Service angehen – weil nicht alle Anbieter gleich arbeiten.
Business-First
Wir starten nicht mit einer 200-Punkte-Checkliste, sondern mit einer Frage: Was sind deine Business-Risiken?
Dann schauen wir, welche davon IT-Security-relevant sind. Das Ergebnis: Du investierst dort, wo es für dein Business wirklich zählt.
Pragmatische Lösungen
Perfekte Security existiert nicht. Und wenn doch, könntest du sie nicht bezahlen.
Wir suchen die 80/20-Lösungen: Massnahmen, die mit überschaubarem Aufwand maximalen Schutz bieten. Keine Security-Theater-Projekte, die gut aussehen, aber wenig bringen.
Wissenstransfer
Unser Ziel ist nicht, dich abhängig zu machen. Wir bauen interne Kompetenz auf und befähigen dein Team. Idealerweise brauchst du uns irgendwann weniger – nicht mehr.
Die ersten 90 Tage: Was passiert konkret?
Falls du überlegst, ob CISO-as-a-Service für dein Unternehmen passt, hier ein Blick auf die typischen ersten drei Monate:

Figure: Die ersten 90 Tage – von der Analyse zur etablierten Security-Governance
Woche 1-2: Verstehen
Gespräche mit Geschäftsleitung, IT-Leitung, relevanten Stakeholdern
Dokumentenanalyse (bestehende Policies, Netzwerkdiagramme, Verträge)
Risiko-Profil des Unternehmens verstehen
Quick Assessment der grössten Lücken
Woche 3-4: Priorisieren
Business-orientiertes Risiko-Assessment
Identifikation der "Crown Jewels" (was darf auf keinen Fall passieren?)
Erste Security-Roadmap mit 30-60-90-Tage-Zielen
Präsentation an Geschäftsleitung
Monat 2: Fundament legen
Quick Wins umsetzen (oft: MFA überall, Backup-Konzept prüfen, Notfallkontakte definieren)
Security-Governance-Framework aufsetzen
Incident-Response-Plan erstellen
Erste Awareness-Massnahmen
Monat 3: Stabilisieren
Regelmässiger Rhythmus etabliert
Erstes Board-Reporting
Vendor-Review gestartet
Roadmap für die nächsten 12 Monate
Die Fragen, die wir oft hören
"Wie schnell könnt ihr starten?"
In der Regel innerhalb von 2 Wochen. Keine Kündigungsfristen, keine Rekrutierung.
"Was, wenn es einen Incident gibt – seid ihr dann erreichbar?"
Ja. Bei kritischen Incidents sind wir sofort verfügbar, auch ausserhalb der regulären Stunden. Das ist Teil des Service.
"Können wir das Engagement anpassen?"
Absolut. Mehr Stunden vor einem Audit, weniger in ruhigeren Phasen. Wir skalieren mit deinem Bedarf.
"Wie funktioniert das mit unserem IT-Team?"
Wir ersetzen dein IT-Team nicht – wir ergänzen es. Dein IT-Leiter bleibt operativ verantwortlich, wir bringen die strategische Security-Expertise.
"Brauchen wir trotzdem interne Security-Ressourcen?"
Kommt drauf an. Bis ca. 200 Mitarbeitende reicht oft ein IT-Leiter plus CISO-as-a-Service. Darüber hinaus macht ein interner Security-Analyst Sinn, den wir anleiten.
Der nächste Schritt
Wenn du bis hierhin gelesen hast, beschäftigt dich das Thema offensichtlich.
Hier ist, was wir vorschlagen: Ein unverbindliches Gespräch. 30-45 Minuten.
Wir hören zu, stellen ein paar Fragen, und geben dir eine ehrliche Einschätzung, ob CISO-as-a-Service für dein Unternehmen Sinn macht – oder nicht. Kein Sales-Pitch, kein Druck.
Manchmal empfehlen wir auch: "Stellt lieber intern jemanden ein." Oder: "Fangt erstmal mit einem Security-Assessment an." Was auch immer am meisten hilft.
Zusammenfassung
Das Wichtigste auf einen Blick:
Mittelständische Unternehmen brauchen Security-Führung, können aber oft keinen Vollzeit-CISO rechtfertigen
CISO-as-a-Service bietet strategische Security-Expertise zu 50% der Kosten
1-2 Tage fokussierte Expertise pro Woche können mehr Impact haben als ein Vollzeit-CISO im Alltagsstress
Das Modell passt besonders gut für wachsende Unternehmen, Compliance-Herausforderungen und KMUs
Nicht jedes Unternehmen braucht einen externen CISO – bei hohem Bedarf ist intern besser
Der erste Schritt: Ein Gespräch, das klärt, was für dein Unternehmen passt. Kein Commitment, keine Verkaufsgespräche – nur eine ehrliche Einschätzung.
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